Die bekannteste Anwendung des Radarverfahrens dient der
Überwachung von Verkehrsräumen. Da die Ausbreitungsgeschwindigkeit
elektromagnetischer Wellen im homogenen Luftraum bekannt
ist, können aus den Laufzeiten der Radarsignale die
Entfernung sowie die Geschwindigkeit z. B. von Schiffen
und Flugzeugen einfach berechnet werden. Radarverfahren
eignen sich aber auch für eine Vielzahl weiterer Untersuchungen.
Von einem Sender wird durch einen Impuls eine elektromagnetische
Welle ausgesendet. Diese Welle breitet sich im Untersuchungsgebiet
aus und wird an "Hindernissen" reflektiert. Daraufhin
werden die reflektierten Signale aufgezeichnet und ausgewertet.
Man spricht von Impuls-Echo-Technik.
Hindernisse sind im Allgemeinen Körper, die in ihren
elektrischen Eigenschaften einen Kontrast zur Umgebung darstellen.
Die Dämpfung elektromagnetischer Wellen in natürlichen
Materialien und Baustoffen ist relativ hoch und wächst
mit zunehmender Feuchtigkeit stark an, so dass die Erkundungstiefe
begrenzt ist. Des Weiteren steigt die Dämpfung auch
mit zunehmender Antennenfrequenz deutlich an. Andererseits
sind hochfrequente Wellen mit kleinen Wellenlängen
für hochauflösende Untersuchungen nötig.
Untersuchungen von Bauteilen und geologischen Strukturen
Das Radarverfahren eignet sich für Untersuchungen
in elektrisch schlechtleitenden Materialien wie z.B. Gestein,
Beton oder Eis. Es können Hohlräume, metallische
Körper (Rohre, Bewehrung, Kampfmittel, etc.) oder Wasser
geortet werden. Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens
ist, dass selbst große Profilstrecken mit einer hohen
Auflösung gescannt und die Messergebnisse online auf
einem Bildschirm dargestellt werden können. Bereits
aus den Rohdaten lassen sich erste Rückschlüsse
auf verborgene Strukturen ziehen.